Beim japanischen Tresus (Tresus keenae), in Japan als „Mirugai“ bekannt, werden die Siphonen, die deutlich aus der Schale herausragen, als Sushi-Belag verwendet. Zur Zubereitung werden die Siphonen kurz in heißem Wasser blanchiert und anschließend in kaltem Wasser abgeschreckt. Die dunkelbraune Haut wird sorgfältig entfernt, bevor die Siphonen der Länge nach aufgeschnitten werden. Nach gründlichem Abspülen und dem Schneiden in Portionsstücke werden sie entweder roh als Sushi oder leicht blanchiert serviert. Beim Blanchieren verfärben sich die Spitzen des Fleisches blass rötlich-violett, wodurch sowohl ein attraktives Aussehen als auch eine charakteristische Textur entstehen.
Mirugai gilt als eine der besten Muschelarten für Sushi. Er wird wegen seiner angenehm knackigen Textur, seines frischen Meeresaromas und seiner saftigen Süße geschätzt. Manche Menschen empfinden sein ausgeprägtes Meeresaroma jedoch als zu intensiv, was ihn zu einer Sushi-Zutat mit unverwechselbarem Charakter macht. Einst wurde Mirugai in der Bucht von Tokio, die historisch zu den ergiebigsten Muschelgründen Japans gehörte, in großen Mengen geerntet und wird seit langem als charakteristische Zutat des Edomae-Sushis geschätzt.
In den letzten Jahren ist wild gefangener Mirugai jedoch aufgrund rückläufiger Fangmengen immer seltener geworden. Um ihn von Arten wie dem japanischen Geoduck (Panopea japonica) zu unterscheiden, wird er manchmal als Hon-miru („echter Mirugai“) oder Kuro-miru („schwarzer Mirugai“) bezeichnet. Der Japanische Geoduck hingegen, der einen weißen Siphon besitzt, wird als Shiro-miru („weißer Mirugai“) vermarktet. Obwohl er ursprünglich als Ersatz für Mirugai galt, wird Shiro-miru heute wegen seiner besonderen Konsistenz und seiner feinen Süße hoch geschätzt und hat sich als eigenständige Sushi-Zutat etabliert.
Zudem servieren viele Kaiten-Sushi-Restaurants den Pazifischen Geoduck (Panopea generosa) unter der Bezeichnung „Mirugai“. Auf dem Fischmarkt ist Shiro-miru vergleichsweise erschwinglich, während Hon-miru aufgrund seiner Seltenheit außergewöhnlich hohe Preise erzielt. Daher gilt wild gefangener Hon-miru als Premium-Sushi-Belag, der fast ausschließlich in gehobenen Sushi-Restaurants serviert wird.
Übrigens: Während der Japanische Tresus in Sushi-Restaurants und auf Fischmärkten allgemein als „Mirugai“ bekannt ist, lautet sein offizieller japanischer Name „Mirukui“.
(Überarbeitungsdatum: 17. Juli 2026)
Aichi Mie Setonaikai
Winter-Frühling